NEWSLETTER-ARTIKEL AUGUST 2009

Unser Verlangen nach Süßigkeiten macht uns weise

Ein aufregendes Beispiel für die Anwendung von EFT ist das Verlangen nach Süßigkeiten aufzulösen.

Je höher das Verlangen z. B. nach Schokolade ist, desto kleiner ist der Genuss. Das folgende Beispiel kennt jeder: Bei einem sehr starken Verlangen ist die Schokolade schon runtergeschluckt, bevor sie überhaupt im Mund schmelzen und man sie schmecken kann. Oder vielleicht habt Ihr in diesem verzweifelten Zustand sogar einmal die schon abgelaufene Schokolade gegessen. Bei einem starken Verlangen ist das überschrittene Haltbarkeitsdatum völlig egal.

Aber überzeugt Euch doch selbst: Beobachtet einmal Euer Verlangen und benutzt EFT, um es aufzulösen. Die Theorie ist, dass dann entweder der Genuss steigt oder gar kein Bedürfnis mehr da ist. (Schreibt mir gerne Eure Beobachtungen. Ich freue mich über Euer Feedback!)

Die folgende Übung löst das Verlangen in den meisten Fällen nur vorübergehend auf. Um es dauerhaft aufzulösen, was mit EFT auch möglich ist, ist üblicherweise tiefergehende EFT-Arbeit nötig.

EFT-Anleitung zur Auflösung des Verlangens nach Süßigkeiten

1. Such Dir ein „Suchtmittel“ Deiner Wahl, seien es Gummibärchen, Pralinen, ein Schokoriegel oder etwas ganz anderes, auf das Du Verlangen hast.

2. Beantworte jetzt die Frage: Bin ich bereit das Verlangen loszuwerden? Wenn nein: zurück zu 1 und etwas anderes suchen.

3. Jetzt stufe das aktuelle Verlangen auf einer Skala zwischen 0 = kein Verlangen und 10 = sehr hohes Verlangen ein. Du darfst es jetzt auspacken, daran riechen und sogar die Süßigkeit mit der Zunge berühren, so dass sich die ersten Geschmacksmoleküle auf die Zunge übertragen, aber jetzt STOPP, nicht abbeißen oder essen. Nun stufe noch einmal Dein Verlangen ein. (Wenn es noch gestiegen ist, ist das gut. Das war die Absicht. Je höher das Verlangen ist, desto größer kann der gefühlte Aha-Effekt der EFT-Anwendung
sein.)

4. Jetzt wird an der Handkante geklopft und dreimal der Satz ausgesprochen: 
Auch wenn ich dieses Verlangen nach [dieser Schokolade]habe, akzeptiere ich mich so wie ich bin. Falls es keine Schokolade ist, bitte Dein Produkt einsetzen. (Wer mit dem Klopfprozess noch nicht so vertraut ist, findet hier eine PDF-Anleitung mit den Punkten und hier ein Beispielvideo).

5. Und jetzt klopfst Du die anderen Punkte, und sprichst jeweils den Erinnerungssatz aus. In unserem Beispiel: Dieses Verlangen nach dieser Schokolade (oder was auch immer Du Dir ausgesucht hast.) Währenddessen lässt Du das Verlangen zu, fühlst es, stellst Dir vor Dein Produkt zu essen…

Nur zur Erinnerung: die Punkte der Kurzversion sind: auf dem Kopf, Ende der
Augenbraue, über der Nase, Seite vom Auge, unter dem Auge, unter der Nase, in der Kinnfalte, auf dem Ende vom Schlüsselbein und an der Seite vom Körper auf den Rippen.

6. Jetzt überprüfst Du das Verlangen erneut (dran riechen, einmal lecken … so wie Du es eben schon gemacht hast) und stufst es erneut ein. Falls es nicht weniger geworden ist, kannst Du den Prozess noch einmal wiederholen, aber eigentlich müsste man jetzt EFT-Detektivarbeit betreiben. Welche Aspekte gibt es, welcher Teil von Dir hält an dem Verlangen fest… Das lernt man alles im EFT Basisworkshop. Wenn das Verlangen weniger geworden ist, aber noch nicht ganz weg ist, geht es wieder mit Schritt 4 weiter.

Am Ende fühlst Du in Dich rein. Wie stehst Du jetzt zu Deinem Produkt? Schmeckt es jetzt anders? Willst Du es überhaupt noch essen? Wenn ja, ist der Genuss jetzt größer? Ich freue mich über Dein Feedback, z. B. per Email!

Für alle die, die diese Übung schon kennen, oder schon einmal gemacht haben: Es macht Spaß, sie ganz bewusst noch einmal zu wiederholen.

Und unser Verlangen nach Schokolade soll uns weise machen?

Ja, indirekt. In diesem Artikel geht es nicht ums Abnehmen und auch nicht um die Schokolade selbst. Das Verlangen nach Süßigkeiten dient uns hier als ein leicht nachvollziehbares, weit verbreitetes Beispiel für ein allgemeines Verlangen. Und daran kann man einiges über sich selbst lernen.

Wenn man ein Verlangen hat - nach was auch immer - zieht es einen aus der Gegenwart weg in die vorgestellte Zukunft und macht den jetzigen Moment etwas unangenehmer bis hin zu unerträglich. Das Optimum (sicherlich erst einmal theoretisch betrachtet) wäre, gar kein Verlangen nach irgendetwas zu haben, was es einem ermöglicht, den gegenwärtigen Moment vollkommen zu genießen.

Ein weiser Mann namens Seneca hat einmal gesagt: 
Am reichsten ist der, der am wenigsten braucht.

Wenn man nichts braucht, hat man kein Verlangen, und umgekehrt. Auf diesem Satz von Seneca könnt Ihr ein bisschen gedanklich rumkauen. Und mit EFT könnt Ihr daran arbeiten, weniger zu brauchen, sprich Euer Verlangen aufzulösen.

Ich wünsche Euch viel Spaß dabei!

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